Gedichte

Eine kleine Auslese an diversen Gedichten zu den unterschiedlichsten Themenbereichen, die das Leben schreibt.

Dankbarkeit

Es gibt Tage
da träumt man
es wäre gestern.

Man sitzt in der Sonne
an einem Bach
und sieht es
und spürt es.

Zufriedenheit
Liebe

Mücken tanzen
eine Libelle fliegt,
als wäre sie
vom Wind getragen.

Irgendwie
ist die Luft anders
so frisch
so mit Leichtigkeit.

Dann sind sie da
plötzlich
ohne Vorwarnung
die verlorenen Träume
als hätte eine Stimme
deinen Namen gerufen.

Ich blicke in das Wasser
bemerke wie es fließt
das Gestern
das mich heute noch trägt.

Die Gedanken sind frei

Was ist schon Glück ?
dachte Marie
am Ende
vielleicht
ein neues Knie
oder
eine neue Hüfte
zwei wunderbare
Männerdüfte

ein neues Fahrzeug
diesmal rot
vielleicht
sogar
ein schneller Tod

was ist schon Glück ?
in meiner Lage
fragte sie sich
auf ihre Tage

die waren gezählt
und zwar von oben
man könnte fluchen
könnte toben

doch
hilft es nicht viel
auch wenn man schreit
irgendwann ist es soweit
sie denkt ?
ich kauf mir nie
ein schwarzes Kleid.

Die Geschichte der Rose

Ich mag nicht mehr blühen, sprach die Rose
zum Wind. Ich habe es nicht gerne, dass alle
an mir riechen, meine Dornen brechen.
Ich möchte gehen mit jedem Blatt, wenn du
lieber Wind mir zeigst die Reise.
Der Wind lächelte zärtlich und meinte, bleib
noch eine Weile in der Sonne stehen, höre das
Singen der Vögel zum Abschied. Dann wenn es
Nacht wird wecke ich dich leise.
Als der Mond und die Sterne wie Eiskristalle
glitzerten kam der Wind und zeigte der Rose
die Kunst des Fliegens.
Sanft streute er jedes Blatt über weiches Moos.

Der Duft der Rose blieb noch lange.



wurde im Radio SWR4  gesendet 

Erinnerung

Ich sehe uns
noch sitzen
unter der Kastanie
in der Frühlingssonne.

Tranken Cappuccino
aus großen Tassen.

Der warme Wind
nahm es mit,
unser Lachen
bis zum Nächsten
der es verlernte.

Wir konnten es
zusammen Lachen
zusammen Weinen
einfach
fröhlich sein.

Nun bist Du gegangen,
auf eine Reise
Unbekannt.

Geblieben
ist mir das Buch,
das Buch
Erinnerung.

Wenn ich es öffne,
höre ich deine Stimme,
sehe dein Lachen,
spüre den Wind, die Sonne
wie damals
unter der blühenden Kastanie



In Gedenken an Irmgard

Heimatglück

Mein Urlaubstraum war weit im Süden
wo Sonne, Meer die Seele lenkt
am Strand zu liegen, Sonne satt
zu spüren Wind mit Leichtigkeit

zu riechen Lavendel, Rosenblüten
ein Duft
der bleibt noch lange Zeit

da ließ ich meine Träume fliegen
und sieh
ein Zauber kam zurück
nennen wir es Heimatglück

es ist ganz nah, auch das Gefühl
bin angekommen bereits am Ziel
es reicht ein Blick um zu erkennen
ich werde es Heimatliebe nennen

genieße die Schönheit, die Natur
es gibt dazu noch Sonne pur
ein Liegestuhl,ein Buch und Fantasie
diesen Sommer vergesse ich nie.

Machtlos

Wir stehen
machtlos daneben.

Begreifen
nicht
was geschah
und
die Träume der Zukunft
reisen
mit unseren Tränen
wie
ein endloser Fluß
in das Land der Liebe.



wurde im Radio SWR4 vor der Schweigeminute 

zum Flugabsturz der Germanwings
vorgetragen 

Pascha

Die Fernbedienung
weit entfernt,
zu weit zwar für
zwei faule Hände.

Ob sich vielleicht
ein Opfer fände,
sie mir zu reichen
mit einem Wein.

Ein kurzer Ruf
laut und bestimmt
das holde Weib
ihm beides bringt

dazu
Käsehäppchen
mit Paprika,
ist diese Geschichte
vielleicht noch wahr ?

Reingelegt an einem Freitag

Drei Katzen
sassen zuerst stumm
um eine dicke Maus herum

die Maus die dachte
ich bin  cool
und hüpfte höher
auf den Stuhl

sie hüpfte noch höher auf den Tisch
und angelte sich den Freitagsfisch
den warf sie ab zwischen die drei
und es ergab sich eine Katzen Rangelei

die Maus war clever
                          keine Frage
wer spricht den nun
                 von Mäuseplage
           heutzutage.

Tief in mir

In meinem Herzen
sitzt ein Tag
Wolkenklar
Himmelblau
Sonnenglut

vernetzt in
Zeit und Mächtigkeit

gewoben zu
Purpur
Feuer und Blut

umspannt es
Gefühle
nie geahnt

Euphorie
Adrenalin
Glückseligkeit.

Der Vater

wo war er
der Vater

der mit mir
Drachen steigen lässt
Luftschlösser stürmt

meine
Träume versteht

ich blieb
vergessen
wie ein Buch im Regal

hätte er
nur eine Seite darin gelesen
hätte er
mich gekannt.

Zeitlos

Ich reise
in das Land
meiner Träume

Sehe kein Ziel
nur Ferne

Schwebe
zwischen Wolken
zeitlos
im Universum
Glück.

Schwarze Tauben

Im Tal der Trauer
sah ich 
nur schwarze Tauben   
sie kamen geflogen 
am Tag der Stille 

sassen leise  
auf meinen Schultern 

hörten 
wie ich sang 
das Lied 
WARUM


Ablage

In meinem Kopf
sind viele Gedanken
abgelegt, sortiert

ich öffne sie
und mir fallen 
nur deine Worte entgegen,   
Sätze wie Perlen
gereiht 

viele wertvolle 
kleine auch große

die schönsten trage ich

immer bei mir
wie eine Kette 
um den Hals


...so leicht...

Wenn es mir nicht gut geht
träume ich mir 
eine Blumenwiese 
mit Mohn und Margeriten 

vergesse 
die grauen Wolken 
lausche 
den Tönen des Windes 

die mir es leise  sagen... 
so leicht...






Schuhgespräch...

Morgens als es noch etwas dunkel war, sah sie die Sonne ganz nah. Bleistift große Regentropfen formten ein Herz 

und sie  fand  es  wieder,  tief in ihr. Kluge Worte tönten aus dem Radio, Musik mit Geigen, danach Stille.

Das Licht an der Decke warf  Schatten, so als würde der Tag etwas grau. Eine Rose am Tisch verlor ihre Blätter, 

zärtlich mit einem angenehmen Duft umhüllte sie den Raum. 

Ihre Schuhe von gestern lagen noch in einer Ecke, so als wären sie verlassen.

Einsam wie ich, kam es ihr in den Sinn. Sie stellte sie zu den vielen anderen Paaren, keiner war jetzt allein dachte sie nun

und betrachtete sie alle. 

Ihre Formen, ihre Farben,  ihr Alter. 

Komisch jeder hatte seinen Stil so wie wir Menschen, 

Manche mit Gebrauchsspuren, manche in die Jahre gekommen, manche neu im Schuhkarton in Seidenpaier gehüllt. Andere sahen fröhlich aus, als wollten sie sagen,

 geh mit mir ein Stück, deinen Weg.

Einer lag verloren unter dem Bett , so als wollte er sich verstecken und flüstern ich kann warten, 

ich habe ZEIT.






Entdecke wie schön das Leben ist, wenn man den  Augenblick, den Moment genießt